Montag, der 14. September 2009

14.09.2009

Liebe Freunde!

Zurück aus Bali, wo ich mit Annik und den Kindern vier wunderschöne Wochen verlebt habe. Ich war das letzte Mal vor drei Jahrzehnten dort gewesen, und hatte mich darauf eingestellt, ein fürchterlich verändertes, sich dem Massentourismus zum Frass vorwerfendes Bali vorzufinden. Jedoch wurde ich positiv überrascht: abgesehen von Kutta Beach, das in der Tat eine Art balinesischer Ballermann geworden ist, hat sich die Insel der Götter kaum verändert.

Bali hat widerstanden! Bali leuchtet, wie eh und je! Dass die Balinesen sie selber geblieben sind, liegt bestimmt an dieser alltäglich gelebten Spiritualität. Und das bezaubernde Lächeln dieser wunderbaren Menschen bezwingt auch die Stinkstiefeligkeit des schlimmsten West-Touristen.
Meine Entdeckung des Urlaubs war übrigens der Maler und Musiker Walter Spies. Leider ist dieses sensationelle Genie viel zu wenig bekannt, und ich staune, wie wenig sich auch im Internet über Walter Spies findet. (Immerhin gibt es eine sehr schöne Video-Biographie auf youtube, allerdings auf Englisch: www.youtube.com/watch?v=FMtmXZenbfg )

Natürlich habe ich es aber auch auf der Zauberinsel Bali nicht geschafft, mich völlig auszuklinken aus der Welt des Profanen, sprich: der Politik. Wie auch, wenn man beim Hin- und Rückflug zweimal das Land Afghanistan überfliegt.
Und natürlich ist mir auch nicht entgangen, wie schändlich sich die Mär von den brunnenbauenden, rein zivil tätigen Bundeswehrsoldaten in Blut und Rauch und Tränen aufgelöst hat. Noch immer führen die verantwortlich verantwortungslosen Politiker einen Eiertanz um das Wort Krieg auf. Ich glaube kaum, dass derartige Differenzierungen von der afghanischen Bevölkerung ebenfalls vorgenommen werden ...

Jedenfalls ist es mal wieder an der Zeit - sich laut zu Wort zu melden, sich als Friedensbewegung massenhaft zu organisieren und auf die Straße zu gehen.
Erfreulich dann, gerade im Kontext des Afghanistan-Krieges, die Ergebnisse der letzten drei Landtagswahlen. Vorsicht vor den Nazis, natürlich, denn die Große Koalition treibt auch dahin Wähler. Aber was für ein Paukenschlag von links! Wie da dreimal die roten Prozentbalken über 20% stiegen, das war schon ein sehr schöner Anblick. Und man merkt es seither deutlich in den bürgerlichen Medien, dass die Front der Dämonisierung der Linken in sich zusammensackt.

Jetzt sind wir gespannt auf die Bundestagswahl, leider sieht es weiterhin nach einer Kanzlerin Merkel aus, hinter deren freundlich-dümmlicher Gesichtsfassade übrigens eine eiskalte und knallharte Machtpolitikerin steckt, die präzise exekutiert, was die wirklich Herrschenden vorgeben.

Aber immerhin, es ist Bewegung gekommen in das Spiel der Kräfte. Und es sieht wirklich danach aus, als würden sich die Tore nach links weit öffnen.
Wer immer noch nicht weiß, was er wählen soll, um den neoliberalen kriegslüsternen Privatisierern eine gehörige Watschn zu verpassen, dem empfehle ich als Entscheidungshilfe wärmstens das neue Buch von Albrecht Müller: "Meinungsmache - wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen."

Was man schon lange geahnt hat, belegt der Nationalökonom Müller an vielen konkreten Fällen: Im Kern wird die öffentliche Meinungsbildung bestimmt von einer Koalition aus Führungseliten in Wirtschaft, Politik und Medien.
Unbedingt lesenswert sind auch die "Nachdenkenseiten", ( www.nachdenkseiten.de ), die Albrecht Müller zusammen mit Wolfgang Lieb ins Leben gerufen hat, und die mit ihren mittlerweile schon über 50.000 Besuchern täglich eine nicht mehr wegzudenkende Alternative zum allgemeinen Presseeinerlei darstellen. (Wie übrigens auch www.hinter-den-schlagzeilen.info )

AM 27. SEPTEMBER IST BUNDESTAGSWAHL

Vorsichtig optimistisch
Bestens erholt
Euer Konstantin

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