Dienstag, der 17. Februar 2009

17.02.2009

Liebe Freunde!

Versteht Ihr: haargenau das ist es einfach, was ich am Politischen so abstoßend finde, worin die ganze Poesiefeindlichkeit der Politik liegt. Zu gerne hätte ich den vorangegangenen Tagebucheintrag, den über die Liebe und die Menschen, eine gute Zeit als den obersten Eintrag hier stehen lassen wollen. Aber nein! Da kommt wieder dieses gottvergessene, nach Weltkrieg und Gas stinkende Nazi-Pack daher - und schon platzt mir derartig der Kragen ... !!

Diese Wut ist eine notwendige Wut und auf ihre Art ja natürlich auch eine poetische Urkaft. Aber es ist manchmal einfach unerlässlich die richtigen Zeitungen zu lesen. Im Falle dieses skandalösen Aufmarschs von 6.000 bürgerkriegsartig aufmarschierenden Nazis in Dresden war das die Junge Welt 96 mit einem sehr lesenswerten "Taktik-Kassiber" von Commander Shree Stardust:

www.jungewelt.de/2009/02-16/049.php

Und die Ehre gebührt der guten alten TAZ, heute als einzige deutsche Tageszeitung die wahren Urheber dieser desaströsen und beschämenden Neonazishow in Dresden beim Namen genannt zu haben:

Die sächsische CDU!!!

Eine Partei, deren Vorsitzender Lars Rohwer die Gegendemonstration der Antifaschistinnen als eine Veranstaltung "linker Chaoten" diffamierte.

Was ist mit diesem Mann los? Will er sich vom Papst selig sprechen lassen?

(Bei der Gegendemonstration trat ja auch der bekannterweise radikal Linke Franz Müntefering als Redner auf...)

"Die Distanzierung der CDU war denn auch ein Grund, warum das Ziel, eine breite Front von Bürgern mit Zivilcourage gegen die Nazis zu bilden, nur bedingt gelang." - soweit die TAZ.

Natürlich wäre die Abschlusskundgebung eindrucksvoller gewesen, wenn die Polizei nicht den bunten Zug der AntifaschistInnen-Initiative "No Pasaran" an der geplanten Vereinigung mit "GehDenken" gehindert hätte.

Gehindert? Das ist müde ausgedrückt.

Hier klärt uns wiederum die junge Welt auf: "Etliche Antifaschisten waren bereits an der Anreise gehindert worden. Durch Spaliere glich die Demonstration einem Wanderkessel. Mehrfach wurden Demonstranten wahllos aus dem Zug gezogen oder brutal angegriffen (...) setzten die Beamten auch Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Ganz anders war das Auftreten der Beamten gegenüber den Neofaschisten. Mitunter waren lediglich fünf (!) Beamte für mehrere hundert Meter des kilometerlangen Aufmarsches abgestellt. Anwohner berichteten, angesichts dieses Gefährdungspotentials seien Unmutsbekundungen geradezu selbstmörderisch gewesen."

Das darf doch alles nicht wahr sein! Da marschieren 6000 gewaltbereite Nazis durch eine deutsche Stadt und die Gegendemonstranten werden beiseite geschoben und angegriffen.

Wenn wir jetzt nicht alle gegen einen Staat aufstehen, der aus lauter Paranoia seine kapitalistischen Herrschaftspfründe zu verlieren auf dem rechten Auge zusehends erblindet, dann kann das wieder schrecklich enden.

Dieser Marsch der Nazis war ein Marsch der Schande.

Sagt Nein!

Steht auf!

Wenn sie jetzt ganz unverhohlen
wieder Nazi-Lieder johlen,
über Juden Witze machen,
über Menschenrechte lachen,
wenn sie dann in lauten Tönen
saufend ihrer Dummheit frönen,
denn am Deutschen hinterm Tresen
muß nun mal die Welt genesen,
dann steh auf und misch dich ein:
Sage nein!

Meistens rückt dann ein Herr Wichtig
die Geschichte wieder richtig,
faselt von der Auschwitzlüge,
leider kennt man´s zur Genüge -
mach dich stark und bring dich ein,
zeig es diesem dummen Schwein:
Sage nein!

Ob als Penner oder Sänger,
Bänker oder Müßiggänger,
ob als Priester oder Lehrer,
Hausfrau oder Straßenkehrer,
ob du sechs bist oder hundert,
sei nicht nur erschreckt, verwundert,
tobe, zürne, bring dich ein:
Sage nein!

Und wenn aufgeblasne Herren
dir galant den Weg versperren,
ihre Blicke unter Lallen
nur in deinen Ausschnitt fallen,
wenn sie prahlen von der Alten,
die sie sich zu Hause halten,
denn das Weib ist nur was wert
wie dereinst - an Heim und Herd,
tritt nicht ein in den Verein:
Sage nein!

Und wenn sie in deiner Schule
plötzlich lästern über Schwule,
schwarze Kinder spüren lassen,
wie sie andre Rassen hassen,
Lehrer, anstatt auszusterben,
Deutschland wieder braun verfärben,
hab dann keine Angst zu schrein:
Sage nein!

Ob als Penner oder Sänger,
Bänker oder Müßiggänger,
ob als Schüler oder Lehrer,
Hausfrau oder Straßenkehrer,
ob du sechs bist oder hundert,
sei nicht nur erschreckt, verwundert,
tobe, zürne, bring dich ein:
Sage nein!

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