Samstag, der 6. September 2008

06.09.2008

Liebe Freunde!

Mit der Fischer-CD habe ich mich bekanntlich verstärkt bayerischen Themen zugewandt. Und ohne mich künftig auf den weißblauen Horizont begrenzen zu wollen, kommt bei mir ein gewisser Hurra-Bajuwarismus zum Tragen in letzter Zeit. Das hat einen ganz einfachen Grund: es geht endlich was in Bayern - und wenn wir uns alle kräftig reinhängen, geht es nach links!

Ich kann mich nicht erinnern, die bayerische Opposition so selbstbewusst in einem Wahlkampf erlebt zu haben wie jetzt vor der Landtagswahl. Schon optisch: gut, die CSU knallt 5,6 Millionen Euro in die Wahlkämpferei - die Linkspartei schaut da mit ihrem Etat von 250.000 direkt lächerlich aus. Aber erstens wird gerade der Wahlkampf der Linken sehr engagiert geführt. Da fahren, wie ich höre, Busse aus ganz Deutschland nach Bayern, um den hiesigen Aktivisten zu helfen. Und 21.000 Plakate der Linken quer durch Bayern sind auch was!

Aber es ist nicht nur die Linke. Auch die Freien Wähler, die Grünen, SPD und sogar die FDP sind wesentlich sichtbarer in diesem Wahlkampf als je zuvor. Und gemeinsam ist damit zumindest die optische Hegemonie der CSU in Frage gestellt. Plötzlich kommt in Bayern eine Atmosphäre auf wie, ja: fast schon wie in einem Mehrparteiensystem!

Ihr wisst alle, dass ich zu den ausgesprochenen Parteien- und Wahlskeptikern gehöre. Für mich findet Geschichte nicht in der Wahlurne statt, sondern sie wird entschieden in den Herzen und Köpfen von Zigmillionen kleinen Lichtern.
Bei der diesmaligen Bayernwahl aber geht es um was. Ob die absolute Mehrheit der CSU diesmal schon geknackt werden kann, sei dahingestellt. Dass die Linke die 5% überspringt, kann man schon deshalb nur hoffen, weil "Kreuzzüge" endgültig der Vergangenheit angehören sollten und auch, weil das die SPD anspornen würde, endlich mal etwas aggressiver gegen die CSU aufzutreten - obwohl ich sagen muss, dass der Maget Franz sehr sympathisch ist und einen sehr ordentlichen Job macht.

Wichtig ist halt, dass wir aus dem Jammertal, der ewigen bayerischen Linksdepression, herauskommen. Und dafür ist wichtig, dass die Landtagswahl, wie auch immer sie konkret ausgeht, einen Zugewinn an Selbstbewusstsein für die bisherige Opposition bringt.

Wahl ist am 28. September - und es ist wirklich wichtig, dass wir "unanständigen Bayern" alle hingehen und wählen. Bis dahin sind noch einige Wochen Zeit. Die sollten wir nutzen, um die Stimmung noch einmal kräftig in Richtung Mehrparteiensystem zu bewegen.

Es geht endlich was in Bayern.

Und diese Chance wird vielleicht so schnell nicht wiederkommen.

zurück