Donnerstag, der 3. Februar 2006

03.02.2006

Liebe Freunde!

Sträflich lange hab ich meine Tagebucheintragungen vernachlässigt. Ich gelobe Besserung. Und da ich immer wieder gebeten wurde, ruhig auch mal ganz kurze Bemerkungen und Gedanken an dieser Stelle los zu werden, warum nicht.

Weblog nennt man das glaub ich, ich wills versuchen.

Im Moment ergreift mich wieder mal so richtig das Premierenfieber für die WeckErlebnisse - denn mit einem Sinfonieorchester zu spielen erlaubt eben nicht mehr so viele spontane musikalische Ausschweifungen, wie ich das bei meinen Solokonzerten, aber
auch mit Jo, Hakim und Norbert ohne Probleme auf der Bühne praktizieren kann.

Mit diesen wunderbaren Musikern verstehe ich mich nach all den jahren wirklich ohne Worte. Nun werden wir für unsere Improvisationen auch bei unserem Orchesterkonzert Platz finden, aber einige Stücke gibt es eben (vor allem die aus den Musicals), deren Arrangements keine spontanen Veränderungen vertragen, kein Wunder bei einem 40 Frau/Mann Orchester.
Dafür wird man aber auch mit dem unvergleichlichen klangbild eines großartigen orchesters belohnt.

Auch habe ich mich bemüht aus früheren Fehlern zu lernen, und so werde ich meinen Liedern nicht um jeden Preis ein sinfonisches Gewand überstülpen, sondern werde sie so kammermusikalisch belassen wie sie auch ursprünglich gedacht waren. Aber davon will ich auch auf der Bühne erzählen. Es ist natürlich eine Herausforderung und eine große Freude zugleich, wieder mal (nach 15 Jahren!) live mit so einem prächtigen Klangkörper zusammen zu arbeiten und der leidenschaftliche Opernfan in mir hätte es sich nie verziehen dieses Angebot auszuschlagen. Trotzdem und vielleicht gerade deshalb, ich bin nervös wie lange nicht mehr
vor einer Premiere und da hilft einem der alte-Hasen-Status und die Professionalität auch nicht drüber weg.

Gerade eben hat mich eine mail erreicht von meinem kollegen heinz ratz, die ich euch nicht vorenthalten möchte: ...zum Thema Nervosität ist mir auf dem Heimweg noch eine Binsenweisheit von Werner Bergengrün eingefallen, aus einem seiner philosophischen Romane, ich glaube aus: Der Rittmeister. Darin schreibt er: ... und einmal mehr kam mir der Verdacht, daß alles, was man unternimmt, nur getan wird, damit das Herz schneller schlägt. Ich find, das ist doch ein netter Gedanke.

Also drückt mir die Daumen
Euer Konstantin

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