Es ist erschreckend, wie aktuell so ein altes Lied wieder werden kann

22.03.2016

Liebe Freunde, 
das „neue deutschland" berichtet:
Kaum hatten sich die ersten Meldungen zu den Anschlägen in Brüssel in den sozialen Netzwerken verbreitet, reagierten auch deutsche Rechtspopulisten und Neonazis auf die Ereignisse in Belgien. Ihre Reaktionen reichen, gezeichnet von Empathielosigkeit, von Hasskommentaren gegenüber Muslimen bis hin zu Gewaltfantasien.
Zu Gewalt rief die rechte »Initiative Heimatschutz« aus Meißen auf: »Das Ding hätte ins Parlament gehört. Unter Schulz seinen Sessel«. Gemeint ist wahrscheinlich Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlamentes, mit »dem Ding« dürfte die Bombe gemeint sein. 
Dass ich als Pazifist jeden Terroranschlag, von welcher Seite auch immer verurteile, versteht sich von selbst. Und ebenso, dass mir die vielen Opfer und deren Angehörige unendlich leid tun.
Es ist eine Tragödie.
Warum poste ich jetzt ein Lied aus dem Jahre 1989?
Ich fürchte mich vor denen, die dieses Leid für ihre populistischen Zwecke ausschlachten werden.
Das Lied vom „Sturmbannführer Meier“ habe ich geschrieben, nachdem ich im Unterhaus in Mainz Ernst Nonnenmacher kennen lernen durfte. Er wurde als „Asozialer und Wehrunwürdiger“ ins KZ gesteckt, die Würde sollte ihm genommen werden - aber dieser vom Schicksal schwer geprüfte und doch so warmherzige Mann ist immer ein aufrechter Antifaschist geblieben. Ich habe ihm dieses Lied gewidmet.
Es ist erschreckend, wie aktuell so ein altes Lied wieder werden kann.
Und als einer dieser, der AfD so tief verhassten Alt-68er, werde ich auch nicht aufhören uns und unseren Politikern immer wieder einige Grundsätze ins Gedächtnis zu rufen:
einschränkungslos und ohne irgendwelche Tricksereien werden wir daran festhalten, in vollem Umfang die Menschenrechte zu realisieren, wie sie in der entsprechenden UN-Charta vom 10. Dezember 1948 in insgesamt 30 Artikeln verabschiedet worden sind.
Dazu gehört das Menschenrecht auf freie Wahl seines Wohnortes und auf Asyl!!!

https://www.youtube.com/watch?v=PF6wmOl4KFA

P.S.: Ernst Nonnemachers Neffe, Frank Nonnemacher, Professor für politische Bildung in Frankfurt am Main, hat ein beeindruckendes Buch geschrieben über seinen Onkel Ernst und seinen Vater Gustav mit dem Titel:

„Du hattest es besser als ich“
Es ist erschienen im Verlag für akademische Schriften - VAS
ISBN 978-3-88864-528-0

 

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