Freitag, den 19. Januar 2002

19.01.2002

Im Februar findet, wie jedes Jahr, die "Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik" statt. Ein Treffen der Weltkriegselite, die hinter den verschlossenen Türen des Hotels "Bayerischer Hof" neue Feindbilder entwirft und Pläne schmiedet für "zukünftige Militärinterventionen nach dem Muster der NATO-Agressionen gegen Jugoslawien". (Aufruf des Bündnisses "Gegen das Treffen der Weltkriegselite")

Es wird am 1. und 2. Februar in München eine Großdemonstration gegen diese NATO-Sicherheitskonferenz geben.
Anders als in den vergangenen Jahren, als diese Konferenz noch "Wehrkundetag" hieß, werden einige Tausend TeilnehmerInnen aus der Friedens- und Antikriegsbewegung ebenso wie aus Bewegungen gegen die kapitalistische Globalisierung erwartet.
Ich gehe als Pazifist auf diese Demonstration, weil ich es nicht verantworten kann, ein Ende der Gewaltspirale zu fordern und gleichzeitig gewalttätig gegen den Krieg zu demonstrieren. (Siehe auf meiner Homepage unter PRESSE - Interview vom 18.1. 2002 mit Michael Backmund in der Münchner Abendzeitung).

Zur Zeit wird wieder mal versucht, alle Demonstranten vorab als potentielle Gewalttäter zu verurteilen, vermutlich weil manchen Kreisen eine Eskalation der Demonstrationen nicht unlieb wäre.
Auch befürchte ich, dass sich unser bayrischer Kanzlerkandidat alle Mühe geben wird, dem Rest der Welt zu zeigen, wie man in Bayern mit Störern umzugehen versteht.
Es ist für mich geradezu empörend, wie zur Zeit mit dem Begriff Verantwortung umgegangen wird.
Pazifisten werden als blauäugige Spinner bezeichnet, Weicheier, die sich der männlichen, tatkräftigen Verantwortlichkeit der Realpolitik nicht stellen wollen.
Wieso ist immer nur der Tötungsbereite verantwortlich - nie der Friedfertige?
Diese ganze Verantwortungsethik hat immer nur einen Krieg schlimmer als den anderen gemacht. (Drewermann)
Nur was in das monomane Bild von Geld und Macht hineinpasst, gilt als real.
Aber in Wirklichkeit ist Krieg selbst das Unverantwortliche, unwürdig einer zivilisierten Welt.
Eine Gesellschaft, die Gewalt als Selbstverständlichkeit zur Erlangung des Friedens akzeptiert, ist dringend therapiebedürftig.
Ich hoffe, dass sich alle DemonstrantInnen darauf besinnen, dass nur gewaltfreier Widerstand uns der Idee des Friedens näher bringen kann.
Weitere Informationen zur Demo unter: www.buko24

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