Mittwoch, 19. September 2001

19.09.2001

Liebe Freunde!

Meines Erachtens war der das kein Anschlag auf Amerika, sondern ein entsetzliches Verbrechen gegen 5000 Menschen aus über 60 Nationen.
Meine uneingeschränkte Solidarität gilt diesen Menschen, ihren Freunden und Verwandten.
Nicht einer Nation.
Denn wir alle sind aufgefordert umzudenken, nicht nur die Amerikaner. Unsere westliche Lebensweise des Überflusses, der Verschwendung, der Gedanken- und Geistlosigkeit zu überdenken.
Unseren Hochmut und unsere Ignoranz.
Das große Leid rechtfertigt nicht die ewig alten Fehler.

Nationalismus ist und bleibt ein Grundübel.

Terrorismus muss mit rechtlichen, nicht mit militärischen Mitteln bekämpft werden. Also muss man die ganze Welt einbeziehen im Kampf gegen die unmenschlichen Verbrecher. Nicht nur die sogenannte zivilisierte Welt.
Dies ist kein Krieg.

Noch nicht.

Das Etikett "Krieg" lenkt ab von der Fragwürdigkeit blinder Vergeltungsschläge.
Für mich ist es so unendlich traurig, dass keine , aber auch gar keine Bereitschaft mehr besteht, darüber nachzudenken, ob Medikamente und Lebensmittel nicht besser wären als Bomben für Afghanistan.
Wer von Versöhnung statt Vergeltung spricht wird bestenfalls als mitleidsloser Narr abgetan. Unsere Gesellschaft, also wir alle, haben diese Welt so sozial ungerecht gestaltet, durch unsere materielle Gier und Ignoranz, dass wir jetzt die Chance ergreifen müssen, zur Besinnung zu kommen.

Albert Schweitzer hat uns schon vor Jahrzehnten gewarnt:
"Was leide ich darunter, dass wir Menschen so viele Zeit des Zusammenseins unnütz miteinander verbringen, statt uns in ernster Weise über ernste Dinge zu besprechen und uns einander als strebende, leidende, hoffende und glaubende Menschen zu erkennen zu geben"

Den lautstarken Verteidigern und Verfechtern der Spaß- und Konsumgesellschaft und des hemmungslos freien Marktes seien diese weisen Worte auf dem leichtfertigen Weg mitgegeben.

Euer Konstantin

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