Wunderliches Wort

18.12.2018

Liebe Freunde,

ich bin überwältigt von euren zahlreichen lieben Genesungswünschen und danke euch allen von Herzen dafür.
Und natürlich geht es mir deshalb auch schon viel besser!

Für die folgenden, hoffentlich stillen und friedlichen Tage, möchte ich euch mein derzeitiges Lieblingsgedicht von Rainer Maria Rilke mit auf den Weg geben:

Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem? -

Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt -

Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; -
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit.

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